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A22-Verkehrsverlagerung auf die Schiene: Hausaufgaben müssen noch gemacht werden

Laut der Pressemitteilung des Landes vom 5. Februar 2019 ist die Belastungsgrenze der A22 erreicht und der Verkehr muss von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Die Handelskammer teilt diese Ansicht, weist jedoch darauf hin, dass für eine reibungslose Verlagerung noch zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

In der Pressemitteilung des Landes vom Dienstag, den 5. Februar, heißt es, dass die Situation am Wochenende vom 2. und 3. Februar 2019 gezeigt habe, dass die Belastungsgrenze der A22 erreicht sei und die Landesregierung deshalb mit Nachdruck für eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene plädiert. Für diese Lösung setzt sich auch die Handelskammer Bozen bereits seit Jahren ein, gibt jedoch zu bedenken, dass für eine reibungslose Verlagerung auf die Schiene die Hausaufgaben erst noch gemacht werden müssen.

„In die Schieneninfrastruktur muss generell stark investiert werden, damit die Schiene im Verhältnis zur Straße konkurrenzfähig wird und zudem auch für Ausnahmesituationen gerüstet ist“, erklärt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.

Besonders wichtig für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene wird in Zukunft der Brennerbasistunnel (BBT) sein. Ohne funktionierende Zulaufstrecken ist der BBT aber nur begrenzt nutzbar. Bei den Zulaufstrecken werden auf italienischer Seite die Bauarbeiten für das Baulos Franzensfeste – Waidbruck noch heuer ausgeschrieben. Für die Umfahrung von Bozen, die Umfahrung von Trient und die Zufahrt Verona steht bisher jeweils lediglich das Vorprojekt. Noch schlechter sieht es beim Abschnitt Rovereto bis Verona und beim Abschnitt Bozen - Trient aus, wo bis jetzt nur eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden ist. Auch müssen die Verladebahnhöfe in Verona und Trient gebaut beziehungsweise erweitert werden, damit eine Verlagerung auf die Schiene in Zukunft eine echte Alternative wird.

Darüber hinaus müssen auch organisatorische Maßnahmen und Regelungen im Schienenverkehr angegangen werden. Es braucht ein einheitliches Eisenbahnrecht in der Europäischen Union und einheitliche Sicherheitsvorschriften. Zusätzliche nationale Auflagen behindern derzeit den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr. „Es wäre wichtig, dass Züge über den Brenner durchfahren können, ohne längere Stopps einzulegen“, ist Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, überzeugt.

Auch was die Verladetechnik betrifft, muss die Effizienz gesteigert und das Anmeldesystem vereinfacht werden. Derzeit vergehen oft Stunden bis ein Lkw auf die Schiene verlagert werden kann. Hier herrscht großer Nachholbedarf.

Die Handelskammer weist zudem darauf hin, dass das Wochenende vom 2. und 3. Februar 2019 gezeigt hat, dass bei heftigen Schneefällen neben dem Straßen- auch der Schienenverkehr zusammengebrochen ist und es zahlreiche Ausfälle und Verspätungen gab.