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BILATERALE KÖRPERSCHAFT

 

in Anwendung des Interkonföderalen Abkommens, das am 21.07.1988 in Rom und unter Berücksichtigung des Gesetzes vom 14. Februar 2003 Nr. 30, Art. 10 und 17. März 2004 und der folgenden Vereinbarung in Anwendung des Abkommens vom 14. Februar 2006 unterzeichnet wurde, sind alle Handwerksunternehmen mit Beschäftigten, bei denen gesamtstaatliche und/oder provinziale Kollektivverträge zur Anwendung gelangen (mit Ausnahme der Sektoren Bau, Transporte und Bäckereien) verpflichtet, alle von den Kollektivverträgen vorgesehenen wirtschaftlichen und normativen Institutionen vollkommen zu beachten, einschließlich der Bestimmungen, die zur Beitragsleistung an den von der Bilateralen Körperschaft verwalteten Fonds zur Sicherung des Einkommens und der beruflichen Qualifikation und Fonds für Gewerkschaftsbeziehungen verpflichten.

Die Höhe der einzuzahlenden Beiträge errechnet sich wie folgt:

Fond zur Sicherung des Einkommens und der beruflichen Qualifikation

die Gesamtzahl der Arbeitnehmer, die zum 30.06. des laufenden Jahres (Arbeiter, Lehrlinge, Angestellte) im Betrieb beschäftigt sind, multipliziert mit dem Jahresbeitrag von Euro 43,50.-

Die Einzahlung muß innerhalb 15. Juli eines jeden Jahres vorgenommen werden.

Die Rückstellungsquoten zu Lasten des Arbeitgebers unterliegen dem Solidaritätsbeitrag von 10 %. Dieser Beitrag wird auf 80 % von Euro 43,50.-, was Euro 34,80.- entspricht, berechnet. Somit muss für jeden Arbeitnehmer, der am 30.06. im Betrieb beschäftigt ist, ein Solidaritätsbeitrag von Euro 3,48.- entrichtet werden. Genannter Beitrag muss im Feld „B-C“ des auf den Monat Juli bezogenen INPS-Formblattes DM 10/2 unter Angabe der Begründung „Art. 9 bis, G. 166/91“ und der Kennzahl „M900“ angeführt werden; weiters muss die Anzahl der Beschäftigten und im Feld „Entlohnungen“ der Betrag, der die Bemessungsgrundlage bildet, angegeben werden.

Fond für Gewerkschaftsbeziehungen

die Gesamtzahl der Arbeitnehmer, die zum 30.11. des laufenden Jahres (Arbeiter, Lehrlinge, Angestellte) im Betrieb beschäftigt sind, multipliziert mit dem Jahresbeitrag von Euro 10,00.- für jeden Arbeitnehmer, muss im Feld „B-C“ des auf den Monat November bezogenen INPS-Formblattes DM 10/2 unter Angabe der Begründung „cont.relaz.sind“ und der Kennzahl „W150“ angeführt werden; weiters muss die Anzahl der Beschäftigten und im Feld „Beiträge zu Lasten des Arbeitgebers“ der Gesamtbetrag, welcher bezahlt werden muss.

Die Auszahlungen der Bilateralen Körperschaft an die Betriebe sind dem Steuereinbehalt von 4 % unterworfen, die Auszahlungen an Mitarbeiter sind auf dem Lohnstreifen des Begünstigten anzuführen und der Einkommenssteuer zu unterwerfen.

Für eventuelle Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Bilateralen Körperschaft (Tel. 0471 323247) oder beim SHV (Tel. 0471 546777).

 

DIE LEISTUNGEN DES FONDS ZUR SICHERUNG DES EINKOMMENS
UND DER BERUFLICHEN QUALIFIKATION
 
 
Die Auszahlung der Beiträge erfolgt unter der Voraussetzung, dass die Begünstigten mindestens seit sechs Monaten vor dem Datum des Vorfalls, für welchen um einen Beitrag angesucht wird, die Einzahlungen in den obgenannten Fonds ordnungsgemäß getätigt haben. Zudem müssen die betroffenen Unternehmen dem Gesetz 443/85 „Rahmengesetz für das Handwerk“ und dessen Abänderungen sowie dem geltenden Text des Landesgesetzes zur Handwerksordnung entsprechen.
 
Der Fond sieht mittels der Bilateralen Körperschaft Fürsorgemaßnahmen für Arbeitnehmer und Unternehmen in den unten angeführten Fällen bis zur vollständigen Ausschöpfung der Bilanz vor, wobei kein erworbenes Recht auf die Leistungen besteht. Vorbehaltlich auch vorübergehender Konjunkturkrisen.
 
Die vorliegende Regelung als Ergänzung des Provinzialabkommens FSR/FSE vom 09.07.1992 und des von den Parteien unterzeichneten Abkommens vom 10.12.2003, tretet mit 01.01.2008 in Kraft und wird bis zum 31.12.2010 Gültigkeit haben, sofern sie nicht von einer der Parteien sechs Monate vor Fälligkeit widerrufen wird.
Die Fürsorgemaßnahmen werde anhand vorliegender Regelung für erfolgte Ereignisse ab dem 01.01.2008 gewährt. Für die Ereignisse bis zum 31.12.2007 wird auf die vorgehende Regelung, die am 10.12.2003 unterzeichnet wurde, Bezug genommen.
 
Die Betriebe können halbjährlich und/oder jährlich Sammelansuchen für Ereignisse einreichen, auch mittels Wirtschaftsberater und/oder Verbänden, vorbehaltlich der Beitragansuchen betreffend Leistungen, die mehr als 1 (ein) Jahr zurückliegen.
 
 
GRUPPE A: AUSSERORDENTLICHE EREIGNISSE
 

EREIGNIS
 
1. Außerordentliche Unwetter, die nachweisliche Schäden verursachen, welche die Aussetzung der Tätigkeit zur Folge haben; Naturkatastrophen.
2. Unterbrechungen der Energiezufuhr aus Gründen und Faktoren, die nicht dem Unternehmen anzulasten sind.
3. Unmöglichkeit, bereits bestellte Rohstoffe zu verwenden, da diese aus Gründen, die nicht vom Unternehmen zu verantworten sind, nicht geliefert wurden.
4. Andere Ereignisse, die mit den genannten in Art und Ausmaß vergleichbar sind; diese müssen von Fall zu Fall dem Führungskomitee des Fonds unterbreitet werden, welches über die Höhe des ersetzbaren Schadens befindet.
5. Unbenutzbarkeit des Betriebes.
 
 
LEISTUNG
 
Den Arbeitnehmern, die aus den obgenannten Gründen nicht ihrer Arbeit nachgehen können, werden, vom 1. Tag an bis zu maximal 60 Arbeitstagen, folgende Leistungen ausgezahlt:
 
a) dem Arbeiter € 33,00/Tag
 
b) dem Lehrling und/oder Arbeiter
Eingliederungsvertrag (ex Ausbild.vertr.): € 20,00/Tag

 
GRUPPE B: BERUFSAUSBILDUNG
 

MASSNAHME
 
6. Überbetriebliche Weiterbildung zum Zwecke der Erlangung des Meistertitels im Handwerk.
LEISTUNG
 
Den Beschäftigten und Betriebsinhabern, Teilhabern und mitarbeitenden Familienmitgliedern wird folgender Beitrag gewährt:
 
a) bei Ablegung der
wirtschaftlich-rechtlichen Prüfung: € 350,00
b) bei Verleihung des Diploms: € 650,00
7. Lehrlinge: Maßnahmen für die Ausbildung, falls der Lehrling das Schuljahr wiederholen muss.
Beitrag zur Abdeckung der Schulstunden bis zum Ausmaß von 50 % des Betrages.
8. Teilnahme an Kursen:
a) Teilnahme an überbetrieblichen Kursen, die vorher auf direkte Anfrage von einzelnen Unternehmen, Unternehmensgruppen oder Berufsgemeinschaften/ Berufszweigen, denen das Unternehmen angehört, vom Führungskomitee genehmigt wurden und die von den Betrieben ausgeübte Tätigkeit betreffen und/oder Kurse, die über 40 Stunden dauern;
b) theoretische Kurse im Rahmen der Ausbildungsverträge, obligatorische Kursstunden im Sinne der Gesetze 863/94 und 451/94;
c) jährlich von den unterzeichnenden Verbänden geplante Kurse, welche in Katalogen, die das Führungskomitee im Vorhinein genehmigt, veröffentlicht werden;
d) berufsbezogene Sprachkurse.
Für jede Teilnahmestunde
an den Kursen € 10,00

 
 
GRUPPE C: GESUNDHEITSSCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT
 

MASSNAHME
 
9. Schutz der eigenen und der kollektiven Gesundheit (obligatorische Arztvisiten); Maßnahmen zur Sensibilisierung für den Umweltschutz;
a) dem Arbeitgeber wird bei Vorlage der entsprechenden Dokumentation ein Pauschalbetrag zur teilweisen Kostenvergütung für die Durchführung der obligatorischen Arztvisiten der Beschäftigten sowie für die Fahrten zum medizinischen Ambulatorium ausgezahlt;
 
LEISTUNG
 
 
 
 
Für die obligatorischen Arztvisiten sowie zur teilweisen Rückvergütung der angefallenen Spesen:
50 % der Arztvisite bis zu
einem Höchstbetrag von € 80,00
b) interner und externer Schutz durch Überprüfung/Reorganisation des Arbeitsumfeldes und der Sicherheit; aktive Maßnahmen für notwendige Prozesse zur Sanierung der Umwelt;
c) die Anwendung von Bezugsrichtlinien für die Gesundheit und für Mittel zur Erkennung und Durchführung von Maßnahmen sowohl hinsichtlich der Pathologie als auch zur Sanierung des Arbeitsumfeldes;
 
10 % der angefallenen Kosten
bis zu einem Höchstbetrag von € 775,00
d) Maßnahmen zur Vorbeugung und Information über den Umweltschutz sowie über die laut Gesetzesdekret 626/94, Art. 21, 22 und folgende Ergänzungen und/oder Änderungen vorgeschriebenen Pflichten;
e) Schadstoffe, Kenntnis und entsprechender Umgang;
Von der Körperschaft homologierte Kurse für Bildungs- und Informationsmaßnahmen, Finanzierung zur teilweisen Deckung der Kursgebühr im Ausmaß von 50 % bis zu einem Höchstbetrag für jeden betroffenen Arbeiter:
 
a) dem Arbeiter: € 33,00
 
b) dem Lehrling und/oder Arbeiter
Eingliederungsvertrag (ex Ausbild.vertr.): € 20,00
 
f) Anpassung der in Gebrauch befindlichen Maschinen aufgrund der geltenden Gesetzesbestimmungen;
 
50 % der getragenen Spesen
bis zu einem Höchstbetrag von € 2.325,00
g) von den Vertragsparteien vorgeschlagene Studien und Forschungen;
von Fall zu Fall im Vorhinein vom Führungskomitee der Körperschaft bewertet und genehmigt.
 

 
GRUPPE D: TECHNOLOGISCHE PROZESSE
 

 

MASSNAHME

10. Neuafleitung bzw. Reorganization der Produktionstätigkeit infolge außerer Faktoren und Subjekte, die zu einer Änderung sowohl der technologischen Prozesse als auch des Produktes führen; in diesem Fall ist der Eingriff des Fonds auf die Förderung der ordentlichen Produktivität zweckgerichtet:

a)Verlegung des Betriebssitzes infolge von Verwaltungsmaßnahmen (z.B. Enteignungen, Kündigung von Mietverträgen und/oder Anwendung von Maßnahmen aufgrund neuer Gesetzesbestimmungen);

LEISTUNG

Der Arbeitnehmer auf den die diesem Absatz vorgesehenen Bedingungen zutreffen, werden folgende Beiträge für einen Zeitraum von maximal 60 Arbeitstagen ausgezahlt:

a) dem Arbeiter € 33,00/Tag

b) dem Lehrling und/oder Arbeiter mit Eingliederungsvertrag
(ex Ausbild vertr.) € 20,00/Tag

11. Qualitätszertifizierungen: Beiträge an jene Betriebe, die im Besitz der Qualitätzertifizierung ISO und/oder UNI sind, als Beihilfe für die Durchführung der für die Erneuerung der Zertifizierung vorgesehenen jährlichen Überprüfungen.
Für die Aufrechterhaltung/jährliche AUDIT-Revision zur teilweisenRuckerstattung der getragener Spesen:
30% der Spesen bis zu einem
Höchstbetrag von € 323,00
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

GRUPPE E: AUSSERORDENTLICHE UNTERSTÜTZUNG
MASSNAHME
 
12. Unterstützungsmaßnahmen, welche den lohnabhängigen Arbeitern von Handwerksbetrieben, den Betriebsinhabern, den Teilhabern von Betrieben sowie den ordnungsgemäß in der Handelskammer eingetragenen mitarbeitenden Familienmitgliedern vorbehalten sind:
a) im Falle von langwieriger Krankheit bzw. lang andauernder Genesungszeit infolge eines Unfalls, sofern keine andere Abdeckung besteht;
LEISTUNG
 
 
 
 
 
 
 
Unterstützung bis zu einem Höchstzeitraum von sechs Monaten:
 
a) dem Arbeiter € 33,00/Tag
 
b) dem Lehrling und/oder Arbeiter mit
Eingliederungsvertrag (ex Ausbild.vertr.): € 20,00/Tag
b) bleibende Invalidität, die durch einen Arbeitsunfall und/oder durch eine nachweisliche Berufskrankheit verursacht wurde;
Aufgrund einer Meldung bzw. eines Antrages von Seiten des Betriebes und/oder der unterzeichnenden Organisationen:
Pauschalbetrag € 3.500,00
c) Bestattungszulage;
Bestattungsbeitrag bei einem Todesfall, ausgedehnt auch auf Verwandte ersten Grades:
Pauschalbetrag € 750,00
d) Bestattungszulage – Ableben infolge der Arbeitstätigkeit;
Falls das Ableben der Person am Arbeitsplatz oder infolge eines Arbeitsunfalls und/oder durch diagnostizierte Berufskrankheit erfolgt, wird der Beitrag erhöht:
Pauschalbetrag € 3.000,00
e) andere Unterstützungsmaßnahmen im Handwerksbereich.
Von Fall zu Fall dem Führungskomitee zur Bewertung und eventuellen Genehmigung zu unterbreiten.
 
GRUPPE F: BETRIEBSTREUEPRÄMIE
 

MASSNAHME
 
13. Aufgrund des vom Betrieb vorgelegten Antrages wird dem Arbeitnehmer, der 20 Dienstjahre im gleichen Betrieb abgeschlossen hat, für jedes weitere Arbeitsjahr im selben Betrieb und/oder Betriebszweig, auch nach Betriebsübergabe und/oder Gesellschaftsumwandlung, durch den Betrieb selbst eine sogenannte „Treueprämie“ ausgezahlt; diese Bestimmung hat Wirkung ex nunc;
LEISTUNG
 
Einmaliger Jahresbetrag
“Betriebstreueprämie” € 500,00
 
14. Aufgrund des vom Betrieb vorgelegten Antrages wird dem Arbeitnehmer, der 20 Dienstjahre im gleichen Betrieb abgeschlossen hat, für jedes weitere Arbeitsjahr im selben Betrieb und/oder Betriebszweig, auch nach Betriebsübergabe und/oder Gesellschaftsumwandlung, durch den Betrieb selbst eine Vergütung mit der Bezeichnung “jährlicher Freibetrag der Körperschaft” ausgezahlt; diese Bestimmung hat Wirkung ex nunc.
Auszahlung “jährlicher Freibetrag
der Körperschaft” € 258,00
 

 
GRUPPE G: UNTERSTÜTZUNG DER FAMILIE
 

MASSNAHME
 
15. Den weiblichen Beschäftigten, den Inhaberinnen von Handwerksbetrieben, den Teilhaberinnen von Betrieben und den ordnungsgemäß in der Handelskammer eingetragenen mitarbeitenden Familienmitgliedern weiblichen Geschlechts wird auf Vorlage eines entsprechend dokumentierten Antrages für den ersten Sohn/die erste Tochter, der/die nach dem 01.07.2003 geboren wird, eine Beihilfe gewährt.
LEISTUNG
 
Auszahlung eines
einmaligen Betrages € 750,00
 

 
Vorlage der Gesuche um Beitragsgewährung von Seiten der Bilateralen Körperschaft
 
Die Gesuche müssen in folgender Form eingereicht werden:
- Antrag auf Briefpapier der Firma, und/oder Gewerkschaftsorganisationen in den vorgesehen Fällen, mit Begründung des Ansuchens und Beilage aller entsprechenden Unterlagen.
- Der Betrieb muss dem Antrag das INPS/NISF-Modell DM10/2 vom Monat November des Bezugsjahres beilegen, welches den Kodex W150 enthält (Beitrag für Gewerkschaftsbeziehungen).
- Im Schreiben sind die vollständigen Daten der Bankverbindung der Antrag stellenden Firma für die Überweisung des gewährten Beitrages anzuführen.
 
Wir weisen die Betriebe darauf hin, dass unvollständige Ansuchen, die nicht alle benötigten Informationen bzw. Unterlagen beinhalten und/oder Ansuchen, die Leistungen betreffen, die mejr als 1 (ein) Jahr zurückliegen nicht berücksichtigt werden können.